Der Auerbacher Bahnhof im Modell

29. April 2019

Fotos vom Bahnhof (Wikimedia Commons)

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Bei der Ausstellung vom 25.-28.4.2019 war ein Modell des Auerbacher Bahnhofs zu sehen, das Uwe Finn mit viel Detailarbeit erstellt hat. Das Modell zeigt außerdem die längst nicht mehr vorhandene Güterhalle, die Alexander Schüssler im Modellformat erstellt hat.

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Bericht über die Ausstellung vom 25.-28.4.2019 vom Bergsträßer Anzeiger

27. April 2019

Neues Konzept für Auerbacher Ausstellung

AUERBACH. Sie sind, so Bürgermeister Rolf Richter, „die Chronisten und das Gesicht von Auerbach“, denn sie machen die Geschichte des Stadtteils erlebbar und dokumentieren dessen Entwicklung. Eine Arbeit, die vom städtischen Archiv in dieser Form nicht leistbar wäre, weswegen die Arbeit der Bensheimer Stadtteildokumentationen für den Rathauschef auch so wichtig ist.

Geleistet wird sie von Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren und in ihrer Freizeit die Geschichte ihres Stadtteils bis zum aktuellen Stand bearbeiten. Sie tun das nicht für sich im stillen Kämmerlein, sondern dokumentieren ihre Arbeit mit interessanten Ausstellungen. Zu den aktivsten Arbeitskreisen unter den Stadtteildokumentationen zählen Auerbach und Hochstädten, die jährlich mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit gehen.

Auerbach macht im Jahresverlauf den Anfang und liefert an diesem Wochenende wieder interessante Einblicke in das Auerbach von gestern und heute. Erstmals bedient sich die Stadtteildokumentation dabei der modernen Technik und präsentiert ihre zusammengetragenen Dokumentationen im neuen Format.

Bilder und informative Texte wurden digital aufbereitet und auf großen Plakaten anschaulich präsentiert. Premiere dieses neuen Ausstellungskonzeptes war im vergangenen November mit der Ausstellung der Stadtteildokumentation Hochstädten. Für die Heimatkundler in den Stadtteilen bringt das viele Vorteile, die sich vor allem beim Auf- und Abbau der Ausstellung bemerkbar machen. „Bisher waren wir damit einen ganzen Tag beschäftigt, heute waren wir in einer Stunde fertig“, stellt Heide Kilian am Rande der Ausstellungseröffnung am Donnerstag im Bürgerhaus Kronepark fest.

Aber nicht nur für Ortsvorsteher Robert Schlappner ist die neue Darstellung gewöhnungsbedürftig, denn früher nahmen die beidseitig mit Fotos bestückten Tafeln mehr Raum ein, während diesmal die 15 Tafeln am Rand des Raumes aufgestellt sind und deutlich weniger Platz benötigen. So gab es den einen oder anderen treuen Ausstellungsbesucher, der auf der Rückseite der Tafeln nach weiteren Dokumenten suchte, und sich wunderte, dass die Tafeln so nah an der Fensterfront standen.

Schlappner betonte die Vorteile des neuen Präsentationskonzeptes und dachte in seinem Grußwort bereits an das bevorstehende Bachgassenfest, in dessen Rahmen wieder ein Neubürgerempfang geplant ist, bei dem die aktuelle Ausstellung schnell und unkompliziert eingebunden werden könnte. Zumal mit dem „Lauf des Bachs in Auerbach“ – eines der insgesamt vier Ausstellungsthemen – ein ganz aktueller Bezug zum Bachgassenfest gegeben sei.

Ganz bewusst war bei der Betitelung dieses Themas auf die Bezeichnung des Gewässers verzichtet worden, denn dafür gibt es keine einheitliche Regelung. Während Stadtrat Hans Seibert in seiner Schulzeit nur von der „Auer“ gehört habe, ist Robert Schlappner aus der Schulzeit dagegen der „Mühlbach“ bekannt. Aber wer will schon vom „Mühlbacher Fürstenlager“ oder „Mühlbacher Schloss“ sprechen, bezieht sich Seibert lieber auf den Namen des Stadtteils.

So ist der im Lorscher Codex erste namentlich bekannte Auerbacher ein „Hermann in Urbach“ – und Urbach ist oder war unter anderem der Name von Gewässern. Schaut man sich im Internet die Bachgasse auf der Karte an, ist da immer nur vom Ziegelbach die Rede. Recherchiert wurde von der Stadtteildokumentation die Vermessung der Gemarkungen in den Jahren 1840 bis 1849. Dabei wurde der obere Teil von der Quelle oberhalb Hochstädtens bis zur alten Bergstraße (heute B 3) als „Mühlbach“ und der anschließende Teil bis zur Einmündung in den Mühlbach in der westlichen Gemarkung als „Ziegelbach“ bezeichnet. Im Sprachgebrauch der Auerbacher ist der Bachlauf in der Bachgasse aber die „Auer“.

Für den gebürtigen Auerbacher Hans Seibert war die Ausstellungseröffnung am Donnerstag eine willkommene Gelegenheit für einen kurzen Ausflug in Kindheitstage, als der oder die Bach beliebter Spielplatz und Ort der ersten Schwimm- und Tauchversuche war. Auch erinnerte er an das erste Bachgassenfest 1987 anlässlich des erfolgreichen Um- und Ausbaus der Bachgasse mit dem neuen Bachlauf, wie er sich seither zeigt.

BOTANISCHE KOSTBARKEITEN VON GURKEN-MAGNOLIE BIS TASCHENTUCHBAUM

Eintauchen können die Ausstellungsbesucher auch in die Welt der „Botanischen Kostbarkeiten im Fürstenlager“. Denn der Staatspark bietet neben dem weithin bekannten Mammutbaum auf der Herrenwiese, der auch die Einladungskarte zur Ausstellung ziert, noch viele eher unbekannte Exoten.

49 Exemplare wurden per Foto festgehalten, darunter auch die Gurken-Magnolie, der Perückenstrauch, die amerikanische Gleditschie oder der Taschentuchbaum. Dank der neuen Darstellungsform können die botanischen Kostbarkeiten ihrem jeweiligen Standort zugeordnet werden.

Sehr interessant sind die Luftbilder aus den Jahren 1960 bis 1965, die der Fotograf Günther Hohenschild aus einem Sportflugzeug aufgenommen hat. Die Aufnahmen, die mit aktuellen Luftbildaufnahmen ergänzt wurden, geben einen interessanten Blick von oben auf Auerbach und zeigen die ersten Besiedelungen westlich der Bundesstraße.

Ein Ausblick auf ein Schwerpunktthema der kommenden Ausstellung ist ebenfalls im Bürgerhaus zu sehen. Ausgestellt ist ein Modell des Auerbacher Bahnhofs, das Uwe Finn mit viel Detailarbeit erstellt hat. Das Modell zeigt außerdem die längst nicht mehr vorhandene Güterhalle, die Alexander Schüssler im Modellformat erstellt hat. Zur Ausstellungseröffnung im Bürgerhaus hatte Hans Seibert neben Bürgermeister Rolf Richter und politischen Vertretern aus Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeirat auch die Vertreter der Stadtteildokumentationen aus Zell, Fehlheim, Schönberg und Hochstädten sowie den bei der Stadt für die Stadtteildokumentationen zuständigen Thomas Herborn begrüßen können. Auch Dieter Krieger vom Designbüro Bär + Krieger, das die neue Gestaltungsform umgesetzt hat, war vor Ort.

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 27.04.2019

Wikipedialinks von der Stadtteildokumentation. Fotos der Ausstellung werden in Kürze hier im Blog erscheinen.


Ausstellung vom 25. – 28. April 2019

20. März 2019

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, d. 25.4. um 18:00 Uhr im Bürgerhaus Kronepark. 

Öffnungszeiten: Freitag 26. und Samstag 27.4. 14 – 18 Uhr, Sonntag 28.4.  10-18 Uhr

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rechts: Mammutbaum im Fürstenlager (Haydin)

Zum Inhalt der Ausstellung:

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Historischer Weinbau in Auerbach

1. Mai 2018

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Ausstellung April 2018

27. April 2018

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Hannelore Volk: Das Hotel „Bergstraße“ in [Bensheim-]Auerbach, das spätere „Hotel Weigold“

13. Januar 2017

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Zuerst veröffentlicht in: Mitteilungen des Museumsvereins Bensheim e.V. Verein für Regionalgeschichte und Denkmalpflege Nr.75 1. Halbjahr 2017


125 Jahre Feuerwehr: Früher und heute

17. November 2015

JUBILÄUM: Interessanter Vortrag von Andreas Brückmann

Knüpft die Feuerwehr von heute an die Traditionen vor 125 Jahren an – oder hat die Organisation mit ihrem Vorgänger so viele Gemeinsamkeiten wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Otto von Bismarck, Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches? Andreas Brückmann, junger Feuerwehrmann, spürte der Chronik nach, und durchforstete alte Akten und Protokolle, um ein Bild der Institution zu entwerfen. Die Ergebnisse stellte er zu einer Präsentation zusammen, die bewies, wie spannend Geschichte sein kann, wenn einzelne Knoten zu einem großen Ganzen gebunden werden. Er füllte die Zeit von 1890 bis 2015 mit markanten Eckpunkten, die durchaus eine Kontinuität erkennen lassen.

Mit vereinten Kräften

Der Brandschutz in Auerbach war schon immer eine Gemeinschaftsaufgabe aller Bürger. Wenn es brannte, wurde mit vereinten Kräften gelöscht. Schon 1840, 50 Jahre vor der Geburt des Feuerwehrvereins, wurde in Auerbach eine Feuerspritze eingesetzt. Die Anfänge des Brandschutzes in Auerbach (Link zu einer pdf-Datei von Andreas Brückmann) Im Laufe der Zeit machten sich Bestrebungen breit, die Aufgabe in feste Strukturen zu fassen. 1882 gab es einen ersten Versuch zu einer Vereinsgründung, der allerdings versandete. 1890 folgte ein weiterer, der jetzt aber in die Gründung der Turner-Feuerwehr mündete. Die ersten Einsätze (Link zu einer pdf-Datei von Andreas Brückmann) Dass sich Feuerwehren aus Sportvereinen heraus bildeten, war laut Brückmann nichts Ungewöhnliches. Die Mitglieder brachten eine gewisse sportliche Fitness ein, ein Kriterium, das der Referent auch in der heutigen Wehr wiedererkennt. Wer etwa Atemschutzgeräteträger ist, kennt die Strapazen.

Gründung: 5. Juli 1890

Die Gründung der Feuerwehr in Auerbach (Link zu einer pdf-Datei von Andreas Brückmann) Andreas Brückmann legte eine Geburtsurkunde des Vereins vor: Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 5. Juli 1890. 1892 berichtete der BA von einem Umzug der Wehr in „kleidsamer Uniform“, die durch eine Christbaumverlosung finanziert wurde. Die Stunde 0 (Link zu einer pdf-Datei von Andreas Brückmann) Eine Parallele zur Gegenwart: Auch heute sei die Feuerwehr bestrebt, durch Engagement, durch Veranstaltungen und Spenden Gelder zu erwirtschaften, um in die eigenen Arbeitsbedingungen investieren zu können. Gegenwart (Link zu einer pdf-Datei von Andreas Brückmann)

Dass sich trotz aller Kontinuität im Zeitalter der Neuen Medien vieles verändert hat, steht auFeuerwehr Ehrung 2015ßer Frage. Der Referent markierte in seinem interessanten Vortrag die roten Fäden, die als Konstante die 125 Jahre durchziehen: „Die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr, die Hilfsbereitschaft für andere, ein hohes Engagement und ein gutes Gespür für eine Balance zwischen Tradition und Modernität.“ moni © Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 17.11.2015