Eine Brauerei entsteht – erste Blütezeit unter der Familie Böttinger

von Hannelore Volk

Von der Bierbrauerei Böttinger zum Holzwurm –

Brauereiwesen und Gaststätten an der Darmstädter Straße in Auerbach

1. Kapitel

Im Jahre 1838 erbaute Christian Helfrich in der heutigen Darmstädter Str. 183 (Gaststätte Holzwurm) ein zweigeschossiges Gebäude mit einem Krüppelwalmdach. Da es zu dieser Zeit noch keine Straßennamen gab, wurde den Häuser von der Gemeinde­verwaltung eine Nummer zugeteilt. Das Haus erhielt die Nr. 264.

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1843 ging das Gebäude auf Christian Helfrich II über. Der Brauer Wilhelm Schweickert kaufte das Anwesen dann 21 Jahre später und baute auf dem hinteren Gelände ein Brauhaus mit Gewölbekeller, ein Kühlschiff und einen Abtritt (Toilette). 1873 wurde ein Anbau am Haus mit Küfer­werkstätte und Wohnhaus sowie eine Trinkhalle geneh­migt. Wilhelm Schweickert hatte 9 Kinder. Eine Tochter (Luise, verheiratete Koch) ist die Großmutter von Wilhelm Busch, der in der oberen Bachgasse wohnt und sich in besonderem Maße mit der Geschichte der evan­gelischen Kirche in Auerbach beschäftigt.

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Heinrich Böttinger und seine Frau Marie Böttinger, geb. Lerch, kauften das Anwesen 1885. Beide stammten aus Brauerfamilien. Heinrich Böttinger wurde in Darmstadt geboren, seine Frau Marie kam aus Dornheim. Ihre Familie betrieb dort neben der Brauerei auch noch eine Gaststätte, die „Alte Brauerei“. Das Lokal gehört auch heute noch der Familie Lerch. Die Familie Böttinger vergrößerte das Anwesen, das den alten Auerbachern als „Brauerei Böttinger“ bekannt ist, durch den Bau eines Stalls mit Waschküche und Gerätekammer sowie einen Abtritt mit Pissoir, der an das Kühlschiff angebaut wurde. Das Eis für die Kühlung des Bieres wurde im Fürstenlager geschla­gen.

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Unter der Familie Böttinger begann die Blütezeit von Brauerei und Gastwirtschaft. In den ersten Jahren firmierten diese unter dem Namen Böttinger & Lerch. Aus Zei­tungsanzeigen und Berichten dieser Jahre kann entnommen werden, dass in der Brauerei viele Feiern veranstaltet wurden. Die Betreiber hatten dabei auch einen großen Per­sonalbedarf. So kann man unter anderem in der Fest-Zeitung zur Feier der Fahnenweihe und dem 10-jährigen Stiftungsfest 1891 in Auerbach folgendes lesen: „25 solide, ehrliche Geldsortierer und 20-30 tüchtige Nickelputzer können bei mir während der Festtage und wenn möglich auch später dauernde Beschäftigung finden. H. Böttinger Bierbrauerei zum Schützenhof Auerbach.“

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