„Historischer Spaziergang durch Auerbach“ – Der Bergsträßer Anzeiger berichtet

21. April 2013

STADTTEILDOKUMENTATION:

Neunte Ausstellung beschäftigt sich mit Ludwigstraße, Bergkirche und Fürstenlager

AUERBACH. „In diese Fußstapfen werde ich treten“, bemerkte Peter Jenal, Ortsvorsteher von Gronau am Rande der Auerbacher Stadtteildokumentation. Er war nicht der einzige Gast, der sich animiert sah, der im „historischen Reiseführer“ aufgezeigten Route zu folgen.

Das Team um Hannelore Volk öffnete mit mehr als 400 Dokumenten und Bildern die Türen zu einem kleinen, spannenden Ausschnitt in der Auerbacher Gemarkung.

Der „Spaziergang“ von der Ludwigstraße über die Bergkirche ins Fürstenlager zeigt eine Vielzahl an Besonderheiten und historischen Raritäten auf. Die Besucher der Vernissage am Donnertag im Bürgerhaus Kronepark zollten den „Machern“ der neunten Auflage ein großes Lob.

Die Befürchtung, dass aufgrund der B 3-Baustelle weniger Gäste vorbeischauen könnten, zerschlug sich schnell. Alteingesessene wie Zugezogene und Interessierte begaben sich auf einen spannenden Rundgang, der sich durch die vielfältige Materialsammlung als eine historische Fundgrube und antiquarische Schatztruhe erwies.

Villen und Bauernhöfe

Alexander Klemm gab eingangs einen kurzen Abriss zur Ausstellung. Sein Rundgang startete in dem sich ab Ende des 19. Jahrhunderts entwickelnden Wohngebiet an der Ludwigstraße.

Hier siedelten sich neben den Villen auch Gewerbebetriebe und Bauernhöfe an. An der Ecke Schönberger Straße fanden die Auerbacher im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ Geselligkeit. „Trinkt die guten Guntrum-Biere“ wirbt noch der Banner über dem Biergarten.

Die Bilder zeigen nicht nur die Architektur von historischen Bauten und kleinen Familienhäuschen, sondern auch das Leben von gestern und heute. Ein Schwarz-Weiß-Foto bildet einen kleinen Lausbuben ab, der sich als Reiter auf seinem Hausschwein versucht. Peter Keil, Postbote in den 20er Jahren, schiebt sein mit einem großen Flechtkorb beladenes Gefährt durch die Straße.

Und die Familie Wilhelm Friedrich Kolmer hat sich im Emmental ein Naturrefugium mit Maulbeerbäumen aufgebaut, deren Blätter das Grundnahrungsmittel ihrer Seidenraupen waren. Innerhalb von 20 Jahren sollen sie etwa eine Tonne Seide produziert haben.

Ein ehemaliger Auerbacher von der Ludwigstraße, Peter Mumm, hatte das Leben während der Kriegs- und Nachkriegszeit in einem Buch beschrieben. Die derzeitigen Besitzer entdeckten ein verwaistes Exemplar auf dem Dachboden und übergaben es Sieglinde Rindfleisch von der Stadtteildokumentation. Auf einer Tafel ist ein Ausschnitt aus dem Werk abgedruckt.

Renneisen und Sasson

An der Ludwigstraße wohnt auch Schauspieler Walter Renneisen. Neben den Einblicken in die Biografie zeigen ihn einige Aufnahmen in Aktion, wie er gerade die Dichtung in Szene setzt. Am Westhang der Weinlagen am Altarberg lebt die Opernsängerin Deborah Sasson, die an der Metropolitan Opera in New York debütierte, am Broadway sang und in Opernhäusern von San Francisco bis London aufgetreten ist.

Eine weitere wichtige Station war die Bergkirche. Neben den Bildern aus der Geschichte des Gotteshauses und der evangelischen Gemeinde sowie einem Modell des Bauwerks waren architektonische Zeichnungen zu sehen. Die Bergkirche, die vermutlich um 1479 erbaut wurde, wirke wie eine „Krönung des Ortsteils“, beschrieb Alexander Klemm.

Über einen schmalen Waldweg geht es zum westlichen Hang des Altarberges. Die Aussicht reicht von hier über das gesamte Stadtgebiet bis ins Rheintal nach Worms und zu den Höhenzügen des Hardtgebirges.

Das als kleines Dorf angelegte Fürstenlager blieb seinerzeit als Sommerresidenz dem Darmstädter Hof vorbehalten. Heute steht die idyllische Parklandschaft den Besuchern offen. Dass die Allgemeinheit das Kleinod rege genutzt hat, wird in diversen Dokumenten deutlich. Beispielsweise präsentierten sich auf der Herrenwiese die Mitglieder eines Sportvereins in den 20er Jahren in akrobatischen Posen.

Fazit: Die Stadtteildokumentation legt in ihrer neunten Ausstellung wieder eine spannende Auswahl an Dokumenten vor, die selbst die weit zurückliegende Zeit stets mit Leben füllt. moni

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 20.04.2013


Weitere Impressionen von der Ausstellung

19. April 2013

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Vernissage der Ausstellung im Bürgerhaus Kronepark am 18.4.13 19:00

18. April 2013

In einem lebendigen Vortrag nahm Axel Klemm die IMG_0023

zahlreichen Zuhörer an der Hand und führte sie

von der Ludwigstraße durch die Wolfsschlucht

über den Scheffelplatz zur Bergkirche.

Von dort zum Fürstenlager und damit zugleich

durch die Ausstellung mit einer Vielzahl

von Bildern und Dokumenten.

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Die Zeichnungen der Bergkirche von

Rudolf Eisenhardt entstanden 1921 im Rahmen

seiner Diplomarbeit.

 

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Impressionen von der Ausstellung,

die auch Bilder von Erlenhauptweg,

Diefenbachweg und vielen

Auerbacher Persönlichkeiten zeigte.

 

Ein Höhepunkt des Vortrages von

Axel Klemm war, dass die spätere

Königin Luise von Preußen in ihrer

  Jugend mit ihren Schwestern des

öfteren im Auerbacher Fürstenlager

war.

 


Ausstellung der Stadtteildokumentation vom 18.4.-21.4.13

15. April 2013

Zu sehen sein werden Bilder von Fürstenlager,  Bergkirche und  Ludwigstraße.

Am Donnerstag, d. 18.4., um 19:00 findet die Vernissage im Bürgerhaus Kronepark statt.

Am Freitag, d.19.4.,  ist die Ausstellung von 14-19:00 Uhr

am Samstag von 10-19:00 Uhr

am Sonntag von 10-18:00 Uhr jeweils  im Bürgerhaus Kronepark geöffnet.

Die Stadtteildokumentation Auerbach lädt wieder zu einem Spaziergang durch die Geschichte des Luftkurorts ein. Die Ausstellung, die am 18. April im Bürgerhaus Kronepark eröffnet wird, konzentriert sich auf das Fürstenlager, die Bergkirche und die Ludwigstraße.

Damit verspricht die neunte Auflage einen besonderen Akzent zu setzen. Sie umkreist eine typische Route vieler Sonntagsspaziergänger und öffnet die Augen für eine neue Sicht und für eine sensiblere Wahrnehmung.

Der Rundgang durch die „Bilderwelt“ zeigt in über 400 Fotos und Dokumenten selbst im allseits bekannten Fürstenlager auch kleine Juwelen, die nicht im Blickfeld von Besuchern der ehemaligen adeligen Sommer-Residenz stehen. Das idyllische Kleinod bot Raum für Kultur. Schon Anfang der 30er Jahre wurden hier bekannte Theaterproduktionen gezeigt.

Die „Tour de Fürstenlager“ führt zur Grotte, zum Luisen-Denkmal und zur Eremitage und setzt sich über den Höhenweg vorbei an der Ludwigslinde und dem Freundschaftstempel bis zur Bergkirche fort. Weitere Stationen sind die russische Kapelle, die wegen „Ungeziefers“ abgerissen werden musste, und das ehemalige Teehaus.

Die Ludwigstraße mit ihren abzweigenden Gassen entstand Ende des 19. Jahrhunderts.

Am Fuße der Höhen siedelten sich Bauernhöfe, Gärtnereien und eine Vielzahl an Geschäften und Gewerbebetrieben an: Gemischtwarenhandel, Fotoatelier, Wäscherei und Bäckerei.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf Karl Richard Ris, der sich im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 besondere Verdienste erworben hatte. In seinem Haus am Hochzeitsweg lebte er seine Künstlernatur aus und widmete sich der Musik und Malerei. Einige seiner Exponate sind noch erhalten.

Seine Tochter* Tilla Ris leitete im Zweiten Weltkrieg als Hilfsschwester das Lazarett im Hotel Weigold. Älteren Auerbacher Bürgern ist sie sicherlich noch in Erinnerung.

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 12.04.2013

*Kleine Korrektur von seiten der Stadtteildokumentaristen: Tilla Ris war die  Ehefrau von Karl Richard Ris und nicht seine Tochter. Außerdem hatte sie im 1. Weltkrieg als Hilfsschwester das Lazarett im Hotel Weigold geführt und nicht  im 2. Weltkrieg .

Am 30.3. berichtete der Bergsträßer Anzeiger noch ausführlicher:Fürstenlager_Neu

Fürstenlager Bensheim-Auerbach (Copyright Bergsträßer Anzeiger und Neu)

AUERBACH. Die Stadtteildokumentation lädt wieder zu einem Spaziergang durch die Geschichte des Luftkurorts ein. Die diesjährige Ausstellung, die am 18. April im Bürgerhaus Kronepark eröffnet wird, konzentriert sich auf das Fürstenlager, die Bergkirche und die Ludwigstraße.

Damit verspricht die neunte Auflage einen besonderen Akzent zu setzen. Sie umkreist eine typische Route vieler Sonntagsspaziergänger und öffnet die Augen für eine neue Sicht und für eine sensiblere Wahrnehmung.

„Drecksbau“ auf Pfählen

Der Rundgang durch die „Bilderwelt“ zeigt in über 400 Fotos und Dokumenten selbst im allseits bekannten Fürstenlager auch kleine Juwelen, die nicht im Blickfeld von Besuchern der ehemaligen adeligen Sommer-Residenz stehen. Der Fremdenbau, der in Auerbacher „Mundart“ als „Drecksbau“ galt, zeichnet sich durch eine besondere Konstruktion aus.

Er steht auf Eichenpfählen. Im langgestreckten Küchentrakt sorgte seinerzeit eine Kegelbahn für Zeitvertreib. Die ehemalige Konditorei diente über Jahrzehnte hinweg als Jugendherberge. Die Ausstellung erinnert zudem an den Hof- und Theatermaler Ernst-August Schnittspahn, dem 1872 nach 50 Dienstjahren das Ritterkreuz II. Klasse des Ludwigsordens verliehen wurde.

Das idyllische Kleinod bot Raum für Kultur. Schon Anfang der 30er Jahre wurden hier bekannte Theaterproduktionen gezeigt.

Die „Tour de Fürstenlager“ führt zur Grotte, zum Luisen-Denkmal und zur Eremitage und setzt sich über den Höhenweg vorbei an der Ludwigslinde und dem Freundschaftstempel bis zur Bergkirche fort. Weitere Stationen sind die russische Kapelle, die wegen „Ungeziefers“ abgerissen werden musste, und das ehemalige Teehaus.

„Es steht ein Baum im Odenwald“ – in seinen romantischen Gedichten setzte der bekannte Dichter Ernst Pasqué der Natur ein Denkmal. Ihm ist vor der Friedhofsmauer mit Blick auf das Hochstädter Tal ein Platz gewidmet.

Eigenbrodt-Brunnen

Der Eigenbrodt-Brunnen, nach Entwürfen des Architekten Heinrich Metzendorf und vom Künstler Scholl aus gelbem Sandstein mit Rautenverzierungen 1910 gebaut, erinnert an den ehemaligen Pfarrer und Vorsitzenden des Verschönerungs- und Kurvereins Auerbach.

Die Bergkirche hat eine lange Geschichte. Als einziges greifbares Datum für den Bau steht 1479 fest. Die Jahreszahl ist am spätgotischen Gewände eingehauen. Allerdings deutet die alte Bausubstanz an der Südwand darauf hin, dass sie bereits in der romanischen Zeit bestanden haben muss.

Im Inneren kann das Gotteshaus mit schönen Juwelen aufwarten. Dazu zählen die Kirchentür aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die auf Betreiben von Wilhelm Busch vom Kirchenvorstand in den 70er Jahren restauriert wurde, die Glocken oder das Triumphkreuz aus der Spätrenaissance. Der Weg führt über die Wolfsschlucht in die Ludwigstraße. „Mag lauern und trauern wer will hinter Mauern, ich fahr in die Welt“ mag dem Wanderer die Inschrift auf dem Scheffel-Platz Motivation zum Aufbruch geben.

Der Ort ruft die revolutionäre Zeit im 19. Jahrhundert in Erinnerung, in der der Schriftsteller Dr. Joseph Victor Scheffel rettenden Unterschlupf im Parkhotel Krone fand.

Gewerbe in der Ludwigstraße

Die Ludwigstraße mit ihren abzweigenden Gassen entstand Ende des 19. Jahrhunderts.

Am Fuße der Höhen siedelten sich Bauernhöfe, Gärtnereien und eine Vielzahl an Geschäften und Gewerbebetrieben an: Gemischtwarenhandel, Fotoatelier, Wäscherei und Bäckerei.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf Karl Richard Ris, der sich im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 besondere Verdienste erworben hatte. In seinem Haus am Hochzeitsweg lebte er seine Künstlernatur aus und widmete sich der Musik und Malerei. Einige seiner Exponate sind noch erhalten.

Seine Tochter Tilla Ris leitete im Zweiten Weltkrieg als Hilfsschwester das Lazarett im Hotel Weigold. Älteren Auerbacher Bürgern ist sie sicherlich noch in Erinnerung. Heute wohnen in dem Quartier die Sängerin Deborah Sasson und der Schauspieler Walter Renneisen. moni

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 30.03.2013

Stadtteildoku AuerbachMitglieder der Stadtteildokumentation Auerbach (von links): Günther Volk, Gerhard Lützkendorf, Fritz Krauß, Udo Lang, Erhard Mathisiszik, Heidemarie Kilian,  Sieglinde Rindfleisch, Anja Männer, Hannelore Volk, Alexander Klemm  (Copyright Bergsträßer Anzeiger und OH)

Das Fürstenlager bei Kulturdenkmäler in Hessen

Die Bergkirche bei Kulturdenkmäler in Hessen

Die Ludwigstraße bei Kulturdenkmäler in Hessen


Seit 25 Jahren Stadtteildokumentation in Bensheim

5. November 2012

Bericht des Bergsträßer Anzeigers:

Seit 25 Jahren Vergangenes mit der Gegenwart verknüpft

AUERBACH. Der 25. Geburtstag der Stadtteildokumentation Bensheim ist Beleg für ein dicht gewebtes Netzwerk von unermüdlich forschenden und archivierenden „Netzwerkern“. Dass es in seinem so langen Zeitraum zwischendurch einmal zu kurzfristigen Ermüdungserscheinungen und zur vorübergehenden Erschlaffung kommt, liegt in der Natur der Sache.
Dass nicht in allen Stadtteilen gleich viele, bis in die Haarspitzen engagierte Geschichts- und Geschichtenforscher in ihrer Freizeit in alten Dokumenten, Kellern und auf Dachböden stöbern, aussortieren, dokumentieren und schließlich der Öffentlichkeit präsentieren, ist auch eher normal. Entscheidend ist letztendlich, dass es dem Stab an ehrenamtlichen Mitarbeitern gelingt, die Identität ihres Stadtteils aufzuspüren, festzuhalten und – für ein stimmiges Gesamtbild – die Erinnerung an Vergangenes wach zu halten. In fast allen Stadtteilen ist dies der Fall – von Zell, das vor 25 Jahren den Anfang gemacht hat, bis Hochstädten, das jährlich zu einer Ausstellung mit Schwerpunktthema einlädt.
Für die Stadt war das Silberne Jubiläum ein Grund zum Feiern und Danke zu sagen. Bürgermeister Thorsten Herrmann rühmte beim Festakt im Bürgerhaus Kronepark die bei ihrer Gründung „einzigartige Einrichtung“ sowie die Gründungsväter und Motoren der Stadtteildokumentation, zu denen er neben Ehrenbürgermeister Georg Stolle auch Ehrenstadtrat Volker Feick zählte: „Sie alle haben ein Stück Geschichte geschaffen“, stellte er unmissverständlich fest.
Hermann erwähnte in diesem Zusammenhang ebenso die Ortschroniken von Zell, Gronau, Schwanheim, Langwaden, Schönberg und zuletzt Hochstädten, die ohne die grundlegenden Forschungen der ehrenamtlich tätigen Arbeitskreise in dieser Tiefe nicht möglich gewesen wären. Er wünschte sich, dass sich die Stadtteile ihrer eigenen Identität bewusst sind und bleiben und gleichzeitig ihre Stärke in den Gesamtverbund der Stadt mit einbringen.
Nur wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart und kann die Zukunft menschlich gestalten. Diesen von vielen zitierte Satz des Sozialisten August Bebel hatte Volker Feick an den Beginn seines Rückblicks gestellt, in dem er die, von Anbeginn an reibungslose Zusammenarbeit der Arbeitskreise mit Parlament, Verwaltung und Archiv hervor hob. Er sprach von einem „Gesprächskreis der Wohlgesonnenen“ und engagierten Ehrenamtlichen. 1987 wurden die „Richtlinien für die Erstellung von Stadtteildokumentationen“ vom Magistrat geschlossen. Das Ergebnis: „Eine einmalige Erfolgsgeschichte für die Stadt und ihre Bürger“.
Wesentlichen Anteil am Aufwärtstrend sprach Feick dem Leiter des städtischen Archivs, Manfred Berg und dem Team Stadtkultur mit seinem Leiter Thomas Herborn zu. Darüber hinaus sprach er stellvertretend für alle Mitarbeiter der Arbeitskreise Berthold Mäurer, Dr. Rolf Reutter, Veronika Finn und Ursula Seeliger sowie Klaus Seeger, Werner Borger, Wolfgang Ritsert, Manfred Filbert und Hans Kilian seinen Dank aus.
„Die Verantwortung für den Erhalt der historischen und kulturell bedingten Individualität der Stadtteile Bensheims führt zu einem Reichtum, mit dem die Stadt wuchern kann“, zitierte er aus dem Hochstädter Heimatbuch den langjährigen Leiter des Hochstädter Arbeitskreises, Herbert Fuchs.
„Es gibt keine endgültige Darstellung von Geschichte“, führte Dr. Rolf Reutter den Festgästen in seinem Vortrag vor Augen und schickte eine Mahnung gleich hinterher: Durch Ideologien, Kriege und Vergessenheit sei die geschichtliche Darstellung gefährdet. In seinem Festvortrag „500 Jahre ortskundliche Forschung im Rhein-Main-Neckar-Raum“ machte Reutter deutlich, wie wichtig es ist „Vergangenes zu bewahren“. Dies werde unter anderem erreicht durch Denkmäler, Sammlungen, Museen und Schriften.
Zwischen gestern und heute zählte der Referent aber noch zahlreiche weitere Aktionen auf, bei denen „Fleißarbeiter“ ein umfangreiches Schriftgut, Wanderführer, Jahresbücher, Chroniken veröffentlicht und Familien- und Ahnenforschung betrieben haben. Ab dem Jahr 1840 sei die Region Bergstraße/Odenwald/Ried mit einer ungeheuren Fülle an Wanderführern geradezu überschwemmt worden. Auch die Bensheimer und Bergsträßer Geschichtsblätter und die Mitteilungen des Museumsvereins Bensheim verfolgten das Ziel, Vergangenes mit der Gegenwart zu verknüpfen.
Als Ortschronisten von Format benannte er unter anderem Karl Henkelmann, Peter Knapp, Richard Matthes sowie zuletzt Rainer Maaß und Manfred Berg. Karl und Dieter Blüm hätten sich ebenfalls um die Heimatgeschichte verdient gemacht. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Trio Sereno aus Auerbach. gs
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 05.11.2012

 


Ausstellung April 2012: Rund um den Schlossberg

21. April 2012

Erste Besucher

Erste Besucher

Grafenstraße und Wilhelm-Leuschner- Straße

Grafenstraße und Wilhelm-Leuschner-Straße

Ausstellungseröffnung

Bürgerhaus Kronepark

Donnerstag, 19.4. 19:00

Öffnungszeiten

Freitag, 20.4., 14:00 – 19:00

Samstag, 21.4., 10:00 – 19:00

Sonntag, 22.4., 10:00 – 18:00

Architekturgeschichtliche Beschreibung des Villenviertels


Schlossbergschule 100 Jahre – Stadtteildokumentation

9. April 2011